Leistung

Photovoltaik

Strom vom eigenen Dach, auf Wunsch mit Speicher und einer Steuerung, die den Eigenverbrauch erhöht.

Wie viel eine Photovoltaikanlage einspart, entscheidet nicht die Modulleistung allein, sondern der Anteil des selbst genutzten Stroms. Deshalb gehören Speicher, Wärmepumpe und Wallbox in dieselbe Planung: Was der Speicher mittags aufnimmt und die Wärmepumpe tagsüber verbraucht, muss abends nicht teuer zugekauft werden. Planung, Montage, Anmeldung und Inbetriebnahme laufen über einen Ansprechpartner.

Anwendung
Wohnhaus und Gewerbe
Speicher
optional, nachrüstbar
Anmeldung
inklusive, bis zum Marktstammdatenregister
Angebot anfordern

Enthalten

  • Auslegung nach Verbrauch und Dachfläche
  • Module, Wechselrichter und Unterkonstruktion
  • Batteriespeicher, auf Wunsch ersatzstromfähig
  • Zählerschrank, Messkonzept und Überspannungsschutz
  • Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister
  • Energiemanagement für Wärmepumpe und Wallbox

Gut zu wissen

  • Der Ertrag hängt an Neigung, Ausrichtung und Verschattung. Eine Ost-West-Fläche liefert flacher, dafür über den Tag verteilt.
  • Der wirtschaftliche Hebel liegt im Eigenverbrauch, nicht in der Einspeisevergütung.
  • Ein Speicher lässt sich später ergänzen, wenn der Wechselrichter dafür ausgelegt ist.
  • Anmeldung beim Netzbetreiber und Eintrag im Marktstammdatenregister gehören zum Auftrag.
Wohin der Strom läuft

Erst ins Haus, dann in den Speicher, zuletzt ins Netz

Jede Kilowattstunde nimmt denselben Weg: Die Module liefern Gleichstrom, der Wechselrichter macht Wechselstrom daraus, die Hausverteilung verteilt ihn weiter. Was dabei im Haushalt, im Speicher oder in der Wallbox bleibt, ersetzt zugekauften Strom, nur der Rest geht ins Netz. An dieser Verzweigung entscheidet sich die Wirtschaftlichkeit der Anlage.

Module auf dem DachGleichstrom
Wechselrichtermacht Wechselstrom daraus
HausverteilungZähler und Messkonzept
Batteriespeicherlädt mittags, entlädt abends
HaushaltGrundlast, Geräte, Wärme
Wallboxlädt mit Überschuss
Öffentliches NetzEinspeisung und Bezug

Schematische Darstellung einer Anlage im Einfamilienhaus. Ob der Speicher am Wechselrichter oder an der Hausverteilung hängt, entscheidet die Gerätewahl.

Die grüne Kante
Speicher, Haushalt und Wallbox tragen sie: Was dort ankommt, muss nicht eingekauft werden. Daran hängt die Ersparnis, nicht an der Zahl der Module.
Der Wechselrichter
Wandelt Gleich- in Wechselstrom und legt zugleich fest, was später noch möglich ist. Nur ein passend ausgelegtes Gerät nimmt einen Speicher auf, ohne selbst getauscht zu werden.
Die Hausverteilung
Der Punkt, an dem gemessen und verzweigt wird. Zählerschrank und Messkonzept gehören deshalb in die Planung und nicht in die Nacharbeit.
Pfeile in beide Richtungen
Speicher und Netz laufen in beide Richtungen. Überschuss geht hinaus, an trüben Tagen und nachts kommt Strom zurück.
Dacheignung

Was für das Dach spricht und was vorher geklärt gehört

Die Eignung entscheidet sich an wenigen Punkten. Drei davon lassen sich vom Boden aus beurteilen, der Rest gehört auf das Dach und in den Hausanschlussraum.

Spricht dafür

  • Ausrichtung zwischen Südost und Südwest bei einer Neigung um 30 Grad, der Ertrag liegt dann nahe am Maximum.
  • Ost-West-Flächen: etwas weniger im Jahr, dafür morgens und abends, also dann, wenn im Haushalt verbraucht wird.
  • Eine Eindeckung, die noch mindestens zwei Jahrzehnte hält. Module für eine Dachsanierung wieder abzunehmen kostet mehr, als sie vorher zu verlegen.
  • Eine zusammenhängende Fläche ohne Gauben, Kamine und Dachfenster in der Mitte.
  • Ein Zählerschrank auf aktuellem Stand, oder einer, der ohnehin zur Erneuerung ansteht.

Braucht einen genaueren Blick

  • Verschattung durch Bäume, Nachbargebäude oder den eigenen Kamin. Teilverschattung kostet mehr Ertrag, als ihre Fläche vermuten lässt; Leistungsoptimierer fangen sie zum Teil auf.
  • Nordflächen. Möglich, aber der Ertrag fällt deutlich ab. Hier lohnt die Rechnung nur mit hohem Tagesverbrauch.
  • Asbesthaltige Faserzementplatten, verbaut bis 1993: Darauf wird nicht montiert, hier steht zuerst die Sanierung an.
  • Statik: bei Flachdächern wegen der Ballastierung, bei Altbauten wegen schwacher Sparrenquerschnitte.
  • Denkmalschutz oder Gestaltungsvorgaben im Bebauungsplan.

Klärt sich beim Ortstermin

  • Kabelweg vom Dach zum Zählerschrank und Aufstellort für Wechselrichter und Speicher, frostfrei und nicht zu warm.
  • Zustand von Ziegeln, Lattung und Unterspannbahn. Bruchziegel fallen erst beim Begehen auf.
  • Vorhandener Blitzschutz und der nötige Überspannungsschutz.
  • Netzanschluss und Anmeldung: ab welcher Anlagenleistung der Netzbetreiber zusätzliche Auflagen macht.

Kein Kriterium entscheidet allein. Ein leicht verschattetes Ostdach über einem Haushalt mit hohem Tagesverbrauch trägt sich oft besser als ein makelloses Süddach über einem Haus, das tagsüber leer steht.

Mit oder ohne Speicher

Der Speicher verschiebt Strom in den Abend

Mehr tut er nicht, und genau daran entscheidet sich, ob er sich lohnt. Wo der Verbrauch ohnehin tagsüber anfällt, bringt jede zusätzliche Kilowattstunde Speicher wenig.

Ohne Speicher

Direktverbrauch und Einspeisung

Deckung des Verbrauchs
rund 30 Prozent im Jahresmittel
Abend und Nacht
Der Strom kommt aus dem Netz.
Investition
Module, Wechselrichter, Montage, Anmeldung
Bei Stromausfall
Die Anlage schaltet ab: ohne Netz keine Einspeisung.
Später ergänzen
möglich, sofern der Wechselrichter speicherfähig ist oder eine Ergänzung auf der Wechselstromseite eingeplant wurde
Wartung
Sichtprüfung und Ertragskontrolle
Passt, wenn
der Verbrauch tagsüber anfällt: Homeoffice, Wärmepumpe, Poolpumpe

Mit Speicher

Später nachrüstbar, wenn der Wechselrichter es zulässt

Deckung des Verbrauchs
rund 60 Prozent bei passend ausgelegter Kapazität
Abend und Nacht
Der Speicher trägt die Abendstunden, im Winter selten die ganze Nacht.
Investition
zusätzlich Speicher und ein Aufstellort innerhalb der zulässigen Temperaturgrenzen
Bei Stromausfall
Nur mit ausdrücklich ersatzstromfähigem Gerät; das ist eine eigene Ausstattung, kein Nebeneffekt des Speichers.
Später ergänzen
entfällt
Wartung
zusätzlich Kontrolle von Ladezustand, Zellzustand und Firmware
Passt, wenn
der Verbrauch abends anfällt oder ein Elektroauto nachts lädt

Die Prozentangaben sind Größenordnungen für ein Einfamilienhaus mit rund 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch und einer Anlage um 10 kWp, keine Zusage. Verbrauchsprofil, Speichergröße, Wärmepumpe und Elektroauto verschieben sie erheblich.

Beispielrechnung

Was eine 10-kWp-Anlage rechnerisch leistet

Ein durchgerechnetes Beispiel für ein Einfamilienhaus in Hamm, mit allen Annahmen unter den Zahlen, damit sich jede davon durch die eigenen Verbrauchswerte ersetzen lässt.

Ertrag im Jahr, bei 10 kWp und 950 kWh je kWp
9.500kWh
Deckung eines Verbrauchs von 4.000 kWh, mit Speicher
60%
davon selbst genutzt statt eingekauft
2.400kWh
vermiedener Stromeinkauf im Jahr, bei 35 Cent je kWh
840

Beispiel, keine Zusage. Annahmen: 10 kWp auf einer unverschatteten, nach Süden geneigten Dachfläche; 950 Kilowattstunden je Kilowattpeak und Jahr, ein bewusst konservativer Wert für Nordrhein-Westfalen, wo je nach Ausrichtung und Neigung etwa 800 bis 1.050 erreicht werden; Haushaltsverbrauch 4.000 Kilowattstunden; Speicher mit 8 Kilowattstunden nutzbarer Kapazität; Strompreis 35 Cent je Kilowattstunde. Daraus: 60 Prozent von 4.000 Kilowattstunden ergeben 2.400 selbst genutzte Kilowattstunden, multipliziert mit 0,35 Euro sind das 840 Euro im Jahr. Ohne Speicher liegt die Deckung bei rund 30 Prozent und damit halb so hoch. Für die übrigen rund 7.100 Kilowattstunden kommt die Einspeisevergütung hinzu; ihre Höhe richtet sich nach dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme und ist hier nicht eingerechnet.

Vorab geklärt

Fragen zur Photovoltaik

Zum Nachlesen

Die Zahlen hinter der Anlage

Welche Kennzahl den Ertrag beschreibt und ab wann ein Speicher die Differenz zwischen Bezugspreis und Vergütung einspielt — beides lässt sich vor dem Angebot durchrechnen.

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Ertrag des eigenen Dachs prüfen lassen

Ortstermin mit Dachaufmaß und Verbrauchsanalyse, danach ein Angebot, das Anlage und Speicher getrennt ausweist.

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