Ertrag einer Photovoltaikanlage: welche Zahl zählt
Jahresertrag, Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad klingen ähnlich und beschreiben Verschiedenes. Wer sie verwechselt, plant an seinem Verbrauch vorbei.
Strom vom eigenen Dach, auf Wunsch mit Speicher und einer Steuerung, die den Eigenverbrauch erhöht.
Wie viel eine Photovoltaikanlage einspart, entscheidet nicht die Modulleistung allein, sondern der Anteil des selbst genutzten Stroms. Deshalb gehören Speicher, Wärmepumpe und Wallbox in dieselbe Planung: Was der Speicher mittags aufnimmt und die Wärmepumpe tagsüber verbraucht, muss abends nicht teuer zugekauft werden. Planung, Montage, Anmeldung und Inbetriebnahme laufen über einen Ansprechpartner.
Jede Kilowattstunde nimmt denselben Weg: Die Module liefern Gleichstrom, der Wechselrichter macht Wechselstrom daraus, die Hausverteilung verteilt ihn weiter. Was dabei im Haushalt, im Speicher oder in der Wallbox bleibt, ersetzt zugekauften Strom, nur der Rest geht ins Netz. An dieser Verzweigung entscheidet sich die Wirtschaftlichkeit der Anlage.
Schematische Darstellung einer Anlage im Einfamilienhaus. Ob der Speicher am Wechselrichter oder an der Hausverteilung hängt, entscheidet die Gerätewahl.
Die Eignung entscheidet sich an wenigen Punkten. Drei davon lassen sich vom Boden aus beurteilen, der Rest gehört auf das Dach und in den Hausanschlussraum.
Kein Kriterium entscheidet allein. Ein leicht verschattetes Ostdach über einem Haushalt mit hohem Tagesverbrauch trägt sich oft besser als ein makelloses Süddach über einem Haus, das tagsüber leer steht.
Mehr tut er nicht, und genau daran entscheidet sich, ob er sich lohnt. Wo der Verbrauch ohnehin tagsüber anfällt, bringt jede zusätzliche Kilowattstunde Speicher wenig.
| Ohne SpeicherDirektverbrauch und Einspeisung | Mit SpeicherSpäter nachrüstbar, wenn der Wechselrichter es zulässt | |
|---|---|---|
| Deckung des Verbrauchs | rund 30 Prozent im Jahresmittel | rund 60 Prozent bei passend ausgelegter Kapazität |
| Abend und Nacht | Der Strom kommt aus dem Netz. | Der Speicher trägt die Abendstunden, im Winter selten die ganze Nacht. |
| Investition | Module, Wechselrichter, Montage, Anmeldung | zusätzlich Speicher und ein Aufstellort innerhalb der zulässigen Temperaturgrenzen |
| Bei Stromausfall | Die Anlage schaltet ab: ohne Netz keine Einspeisung. | Nur mit ausdrücklich ersatzstromfähigem Gerät; das ist eine eigene Ausstattung, kein Nebeneffekt des Speichers. |
| Später ergänzen | möglich, sofern der Wechselrichter speicherfähig ist oder eine Ergänzung auf der Wechselstromseite eingeplant wurde | entfällt |
| Wartung | Sichtprüfung und Ertragskontrolle | zusätzlich Kontrolle von Ladezustand, Zellzustand und Firmware |
| Passt, wenn | der Verbrauch tagsüber anfällt: Homeoffice, Wärmepumpe, Poolpumpe | der Verbrauch abends anfällt oder ein Elektroauto nachts lädt |
Direktverbrauch und Einspeisung
Später nachrüstbar, wenn der Wechselrichter es zulässt
Die Prozentangaben sind Größenordnungen für ein Einfamilienhaus mit rund 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch und einer Anlage um 10 kWp, keine Zusage. Verbrauchsprofil, Speichergröße, Wärmepumpe und Elektroauto verschieben sie erheblich.
Ein durchgerechnetes Beispiel für ein Einfamilienhaus in Hamm, mit allen Annahmen unter den Zahlen, damit sich jede davon durch die eigenen Verbrauchswerte ersetzen lässt.
Beispiel, keine Zusage. Annahmen: 10 kWp auf einer unverschatteten, nach Süden geneigten Dachfläche; 950 Kilowattstunden je Kilowattpeak und Jahr, ein bewusst konservativer Wert für Nordrhein-Westfalen, wo je nach Ausrichtung und Neigung etwa 800 bis 1.050 erreicht werden; Haushaltsverbrauch 4.000 Kilowattstunden; Speicher mit 8 Kilowattstunden nutzbarer Kapazität; Strompreis 35 Cent je Kilowattstunde. Daraus: 60 Prozent von 4.000 Kilowattstunden ergeben 2.400 selbst genutzte Kilowattstunden, multipliziert mit 0,35 Euro sind das 840 Euro im Jahr. Ohne Speicher liegt die Deckung bei rund 30 Prozent und damit halb so hoch. Für die übrigen rund 7.100 Kilowattstunden kommt die Einspeisevergütung hinzu; ihre Höhe richtet sich nach dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme und ist hier nicht eingerechnet.
Welche Kennzahl den Ertrag beschreibt und ab wann ein Speicher die Differenz zwischen Bezugspreis und Vergütung einspielt — beides lässt sich vor dem Angebot durchrechnen.
Jahresertrag, Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad klingen ähnlich und beschreiben Verschiedenes. Wer sie verwechselt, plant an seinem Verbrauch vorbei.
Ein Speicher spart nicht Strom, sondern die Differenz zwischen Bezugspreis und Einspeisevergütung. Daraus folgt alles Weitere, auch wann er warten kann.
Ortstermin mit Dachaufmaß und Verbrauchsanalyse, danach ein Angebot, das Anlage und Speicher getrennt ausweist.