Leistung

Ladeinfrastruktur

Wallboxen für Zuhause und Betrieb, mit Lastmanagement und Ladung aus dem Solarüberschuss.

Eine Wallbox ist schnell montiert; die Fragen davor entscheiden über den Nutzen. Was gibt der Hausanschluss her, wie verhält sich die Ladung zur Wärmepumpe, und soll der Wagen vorrangig mit Strom vom eigenen Dach laden? Mit Lastmanagement teilen sich mehrere Ladepunkte die verfügbare Leistung, ohne den Anschluss zu überlasten. Die Abstimmung mit dem Netzbetreiber gehört zum Auftrag.

Ladeleistung
11 oder 22 kW
Netzbetreiber
Anzeige bis 11 kW, ab 12 kW Zustimmung
Solarstrom
Überschussladen ab 1,4 kW
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Enthalten

  • Wallbox für Einfamilienhaus und Stellplatz
  • Mehrere Ladepunkte mit Lastmanagement
  • Ladeinfrastruktur für Mehrparteienhäuser und Betriebshöfe
  • Überschussladen aus der Photovoltaik
  • Zuleitung, Zählerschrank und Schutzeinrichtungen
  • Anmeldung und Abstimmung mit dem Netzbetreiber

Gut zu wissen

  • Bis 11 kW genügt die Anzeige, ab 12 kW muss der Netzbetreiber zustimmen.
  • Die höhere Ladeleistung bringt selten den Vorteil: Über Nacht füllt auch 11 kW jeden Akku.
  • Überschussladen braucht einen Zähler am Netzübergabepunkt und eine steuerbare Wallbox.
  • Im Mehrparteienhaus regelt Lastmanagement die Aufteilung, sonst begrenzt der erste Ladepunkt alle weiteren.
  • Neue Ladepunkte über 4,2 kW gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG; dafür sinken die Netzentgelte.

Ablauf

  1. 1
    Hausanschluss und Zählerschrank prüfen.
  2. 2
    Ladeleistung, Standort und Zuleitung festlegen.
  3. 3
    Anmeldung beim Netzbetreiber.
  4. 4
    Montage von Zuleitung, Schutzeinrichtungen und Wallbox.
  5. 5
    Inbetriebnahme, Einbindung ins Energiemanagement, Einweisung.
Die Leistungsfrage

11 kW, 22 kW oder mehrere Ladepunkte

Die größere Zahl ist nicht die bessere Wahl. Entscheidend ist, wie lange das Fahrzeug steht, was der Hausanschluss neben Wärmepumpe und Herd noch hergibt, und ob ein zweiter Ladepunkt dazukommen soll.

11 kW

Der Regelfall am Einfamilienhaus

Netzbetreiber
Anzeige genügt, der Einbau kann sofort erfolgen.
Ladung über Nacht
Rund 88 kWh in acht Stunden: mehr, als ein Akku fasst.
Fahrzeugseite
Nahezu alle Modelle laden dreiphasig mit 11 kW.
Hausanschluss
Reicht in bestehenden Anschlüssen meist ohne Verstärkung.
Zusätzlicher Aufwand
Eigener Stromkreis, Leitungsschutz und Fehlerstromerkennung.
Passt, wenn
das Fahrzeug nachts oder mehrere Stunden am Stück steht.

22 kW

Volle Drehstromleistung an einem Ladepunkt

Netzbetreiber
Zustimmung nötig, und zwar vor dem Einbau.
Ladung über Nacht
Doppelt so schnell, nachts ohne erkennbaren Nutzen.
Fahrzeugseite
Nur wenige Modelle nehmen 22 kW über Wechselstrom auf; der Rest lädt trotzdem mit 11 kW.
Hausanschluss
Belegt einen großen Teil der Anschlussleistung. Zusammen mit Wärmepumpe und Durchlauferhitzer wird es eng.
Zusätzlicher Aufwand
Größerer Leitungsquerschnitt, sonst gleicher Aufwand.
Passt, wenn
die Standzeit kurz ist, etwa bei wechselnden Fahrzeugen auf dem Betriebshof.

Mehrere Ladepunkte

Mit Lastmanagement am selben Anschluss

Netzbetreiber
Maßgeblich ist die Summe. Ein Lastmanagement begrenzt sie fest und senkt damit den anzumeldenden Wert.
Ladung über Nacht
Die verfügbare Leistung verteilt sich auf die angeschlossenen Fahrzeuge, nacheinander oder gleichzeitig.
Fahrzeugseite
Je Ladepunkt gilt dasselbe wie bei einem einzelnen.
Hausanschluss
Das Lastmanagement deckelt die Summe auf das, was der Anschluss trägt, eine Verstärkung entfällt oft.
Zusätzlicher Aufwand
Zusätzlich eine Verbindung zwischen den Ladepunkten und ein Zähler am Hausanschluss.
Passt, wenn
mehr als ein Stellplatz versorgt werden soll.

Die Grenze liegt bei 12 kVA (§ 19 NAV, VDE-AR-N 4100): Bis dahin genügt die Anzeige beim Netzbetreiber, darüber ist dessen Zustimmung vor dem Einbau nötig. Welche Leistung ein konkreter Anschluss trägt, zeigt erst der Ortstermin.

Nachgerechnet

Was 11 kW an einem Abend leisten

Die Ladeleistung wirkt klein neben den Zahlen der Schnellladesäulen an der Autobahn. Am Stellplatz zählt aber nicht die Leistung, sondern die Standzeit, und die ist zu Hause lang.

Dreiphasig mit 16 A, die übliche Wallbox am Haus
11kW
Nachgeladen in acht Stunden Standzeit
88kWh
Von 20 auf 80 Prozent bei einem Akku mit 60 kWh
3,3h
Kleinste Ladeleistung beim Überschussladen
1,4kW

Rechenbeispiel, keine Zusage. 11 kW ergeben sich aus 16 A auf drei Phasen bei 230 V, 1,4 kW aus 6 A auf einer Phase, darunter bricht die Ladung ab. Angenommen sind ein Akku mit 60 kWh und eine verlustfreie Ladung; Ladeverluste und die abflachende Ladekurve kosten in der Praxis etwas Zeit.

Überschussladen

Strom vom eigenen Dach in den Akku

Erzeugung und Verbrauch fallen selten zusammen. Was mittags übrig bleibt, geht ohne Steuerung für die Einspeisevergütung ins Netz, mit Steuerung in den Wagen. Der Tagesverlauf zeigt, wann das Fenster offen steht.

Erzeugungvom DachHaushalthat VorrangÜberschusslädt das Fahrzeug

Leistung

LadefensterErzeugung über Verbrauch
6 Uhr12 Uhr18 Uhr
PV-Anlageerzeugt
Zählermisst den Überschuss
Wallboxregelt den Ladestrom
Fahrzeuglädt mit dem Rest

Schematisch und ohne Maßstab: Höhe und Breite der Kurve hängen von Dachausrichtung, Jahreszeit und Wetter ab. Nötig sind zwei Dinge: ein Zähler am Netzübergabepunkt, der den Überschuss misst, und eine Wallbox, deren Ladestrom sich stufenlos nachführen lässt.

Erzeugung
Was die Anlage über den Tag liefert. Die Kurve steigt mit der Sonne, erreicht am Mittag ihr Maximum und fällt am Nachmittag wieder ab.
Haushalt
Grundlast plus die Spitzen am Morgen und am Abend. Dieser Anteil wird immer zuerst gedeckt, unabhängig von der Ladung.
Überschuss
Die Fläche zwischen beiden Linien. Sie wandert in den Akku, statt für die Einspeisevergütung ins Netz zu gehen.
Netzanschluss

Der Weg über den Netzbetreiber

Jeder Ladepunkt wird dem Netzbetreiber gemeldet. Was oben im Ablauf steht, ist der Weg von der Anfrage zur fertigen Anlage. Hier geht es nur um die Formalien dazwischen. Die Meldung übernimmt der ausführende Betrieb.

  1. 1

    Daten zusammenstellen

    Zählpunkt, vorhandene Anschlussleistung, Standort des Ladepunkts und das Datenblatt der Wallbox mit Hersteller und Typ.

  2. 2

    Anzeige oder Zustimmung

    Bis 12 kVA genügt die Anzeige vor der Inbetriebnahme. Darüber prüft der Netzbetreiber den Anschluss und muss vor dem Einbau zustimmen.

  3. 3

    Einbau am Zählerschrank

    Arbeiten im Zählerschrank darf nur ein beim Netzbetreiber eingetragener Installationsbetrieb ausführen. Dazu kommen Zuleitung, Leitungsschutz und Fehlerstromerkennung.

  4. 4

    Inbetriebsetzung und Meldung

    Nach der Prüfung geht der Ladepunkt in Betrieb und die fertige Anlage zurück an den Netzbetreiber. Ladepunkte über 4,2 kW kommen zusätzlich in die Vereinbarung nach § 14a EnWG.

Vorab geklärt

Fragen zur Wallbox

Zum Nachlesen

Vor der Wahl der Wallbox

Die Ladeleistung entscheidet seltener als vermutet, und das Laden aus dem eigenen Überschuss hängt an Zahlen, die sich vorab ermitteln lassen.

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Ladepunkt planen

Ein Blick auf Hausanschluss, Zählerschrank und Stellplatz klärt die Ladeleistung, den Leitungsweg und das, was der Netzbetreiber verlangt.

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