Wallbox: 11 oder 22 kW, und warum das selten entscheidet
Die Ladeleistung begrenzt fast immer das Fahrzeug, nicht die Wandstation. Es zählen Fahralltag, Onboard-Lader und der Zustand des Zählerschranks.
Installation, Sanierung und Prüfung: vom Zählerschrank bis zur Steckdose, im Neubau wie im Bestand.
Jede weitere Technik im Haus hängt an der Elektroinstallation: Photovoltaik, Wärmepumpe und Wallbox brauchen Platz im Zählerschrank, ausreichende Querschnitte und einen aktuellen Schutzstandard. In Altbauten fehlt beides häufig. Aufnahme, Bewertung und Sanierung erfolgen deshalb mit Blick darauf, was in den nächsten Jahren noch dazukommt, statt zweimal dieselbe Wand zu öffnen.
Alt heißt nicht schlecht, eine sauber ausgeführte Anlage aus den Neunzigern trägt oft noch. Die folgenden Befunde sind aber der Punkt, an dem sich eine Erweiterung ohne Sanierung nicht mehr lohnt.
Ein einzelner Befund bedeutet keine Komplettsanierung. Treffen mehrere zusammen, setzt jede weitere Erweiterung auf einer Anlage auf, die den heutigen Schutzstandard nicht erfüllt. Dann kommt der Zählerschrank vor der Wärmepumpe.
Zwischen „bleibt, wie es ist“ und „alles neu“ liegen zwei Zwischenschritte. Welcher trägt, entscheidet der Befund am Zählerschrank, nicht das Baujahr allein.
| PrüfungBestand aufnehmen und messen | TeilsanierungVerteilung und einzelne Stromkreise | ErneuerungZählerschrank und Leitungswege | |
|---|---|---|---|
| Anlass | Kauf, Vermietung oder Zweifel am Zustand | Schutz fehlt nur in Teilen, die Leitungen sind brauchbar | Klassische Nullung, voller Schrank, geplante Wärmepumpe oder Wallbox |
| Umfang | Sichtprüfung, Messung, Protokoll | Neue Verteilung, Fehlerstromschutz, zusätzliche Stromkreise | Neuer Zählerschrank, neue Leitungswege, neue Dosen |
| Eingriff in bewohnten Räumen | Keiner, nötig ist nur der Zugang zum Verteiler | Gering, meist auf den Verteilerraum begrenzt | Deutlich: Wände werden geöffnet, Bereiche zeitweise stromlos |
| Aufwand | Ein Ortstermin | Nach Umfang, ohne Auszug | Nach Größe und Bauweise, abschnittsweise möglich |
| Danach möglich | Klarheit über den Zustand als Grundlage für alles Weitere | Einzelne neue Verbraucher, sofern Platz und Querschnitt reichen | Wärmepumpe, Wallbox, Speicher und Photovoltaik ohne zweiten Umbau |
| Nachweis | Messprotokoll über den geprüften Bestand | Protokoll für die geänderten Teile der Anlage | Protokoll für die gesamte Anlage |
Bestand aufnehmen und messen
Verteilung und einzelne Stromkreise
Zählerschrank und Leitungswege
Die Zuordnung beschreibt den Regelfall und ist keine Zusage. Welcher Weg trägt, zeigt sich erst am Objekt.
Wo Beschäftigte arbeiten, sind elektrische Anlagen und Geräte in wiederkehrenden Abständen zu prüfen, vom Verlängerungskabel im Büro bis zur fest angeschlossenen Maschine in der Halle. Im Privathaushalt schreibt das niemand vor, gemessen wird dort aber dasselbe — üblicher Anlass sind Hauskauf, Vermietung oder ein Nachweis für die Versicherung. Beides übernimmt der Betrieb mit eigener Messtechnik, im laufenden Betrieb und mit prüffähigem Protokoll.
Alles, was an einem Stecker hängt: Werkzeuge, Rechner, Haushalts- und Küchengeräte, Verlängerungen und Mehrfachsteckdosen. Je Gerät Sichtprüfung, Schutzleiter- und Isolationswiderstand, Ableitstrom und Funktionsprüfung, dazu eine Kennzeichnung am Gerät.
Verteilungen, Stromkreise, Beleuchtung und fest angeschlossene Maschinen. Geprüft werden Schutzmaßnahmen, Fehlerstromschutzschalter und Abschaltbedingungen, für die Anlage im Ganzen statt Gerät für Gerät.
Im Betrieb hängt der Abstand an Umgebung und Beanspruchung: Eine Baustelle oder Werkstatt steht früher an als ein Büro, maßgeblich ist die Gefährdungsbeurteilung. Privat gibt es keine vorgeschriebene Frist; den Anlass geben Kauf, Vermietung, Umbau oder eine Anlage, deren letzte Prüfung sich nicht mehr datieren lässt. Aus dem Bestand entsteht ein Prüfplan mit Erinnerung zum nächsten Termin.
Zu jeder Prüfung gehören ein Bericht mit Messwerten, ein Verzeichnis der geprüften Geräte und eine Liste der Beanstandungen. Defekte Geräte werden gekennzeichnet und aus dem Verkehr genommen, kleine Mängel auf Wunsch direkt behoben.
Was der Zählerschrank hergeben muss, steht im Beitrag zur Wallbox; welche Leitung eine Steuerung braucht, in dem zur Verkabelung.
Die Ladeleistung begrenzt fast immer das Fahrzeug, nicht die Wandstation. Es zählen Fahralltag, Onboard-Lader und der Zustand des Zählerschranks.
Die Entscheidung fällt Gewerk für Gewerk, nicht zwischen zwei Lagern: Manches verlangt eine Leitung, vieles kommt ohne aus, einiges scheitert am Rückfall.
Ein Ortstermin am Zählerschrank klärt, was der Bestand noch trägt und was vor der nächsten Anlage zu tun ist.