Leistung

Gebäudetrocknung

Wasserschadentrocknung, Bautrocknung und dokumentierte Feuchtemessung: so kurz wie möglich, so lange wie nötig.

Nach einem Wasserschaden zählt die Reihenfolge: Ursache finden, Ausmaß messen, dann trocknen. Wie lange getrocknet wird, entscheidet die Messung und nicht der Kalender. Jeder zusätzliche Tag kostet Strom, jeder zu früh abgebaute Trockner bringt die Feuchte zurück. Messwerte, Verlauf und Freimessung werden protokolliert, sodass Eigentümer, Verwaltung und Versicherung auf derselben Grundlage entscheiden.

Einsatz
Wasserschaden, Neubau, Sanierung
Verfahren
Raum- und Dämmschichttrocknung
Bereitschaft
Notdienst bei Wasserschaden
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Enthalten

  • Leckageortung vor dem Aufstemmen
  • Wasserschadentrocknung samt Dämmschichttrocknung
  • Bautrocknung in Neubau und Sanierung
  • Feuchtemessung mit Verlaufsdokumentation
  • Freimessung und Abschlussprotokoll
  • Abstimmung mit Verwaltung und Versicherung

Gut zu wissen

  • Vor der Trocknung steht die Ortung: Ohne beseitigte Ursache trocknet die Anlage gegen den Zulauf.
  • Estrich und Dämmschicht trocknen langsamer als die Oberfläche, der Zielwert liegt im Aufbau, nicht am Belag.
  • Die Laufzeit richtet sich nach Messwerten; die Freimessung beendet die Trocknung nachweisbar.
  • Protokolle über Verlauf, Geräteeinsatz und Stromverbrauch gehören zur Abrechnung mit der Versicherung.
  • Auch im Neubau entscheidet die Messung: Belegreif ist ein Estrich erst unterhalb des Grenzwerts, nicht nach Ablauf einer Wartezeit.

Ablauf

  1. 1
    Anruf, Ersteinschätzung, Termin. Im Notfall sofort.
  2. 2
    Ursache orten und Wasserzutritt stoppen.
  3. 3
    Ausmaß messen und Trocknungskonzept festlegen.
  4. 4
    Geräte setzen, Verlauf messen und dokumentieren.
  5. 5
    Freimessung, Geräteabbau, Protokoll.
Sofortmaßnahmen

Was in der ersten halben Stunde zählt

Bis der Notdienst eintrifft, entscheidet sich, wie groß der Schaden wird. Die Reihenfolge ist immer dieselbe: Zulauf stoppen, Strom sichern, Zustand festhalten.

Zuerst: Wasser stoppen

  • 1Hauptabsperrhahn schließen. Bei Wasser aus der Heizung zusätzlich die Anlage ausschalten.
  • 2Kommt das Wasser von oben, muss der Zulauf in der darüberliegenden Einheit gesperrt werden; Nachbarschaft oder Verwaltung verständigen.
  • 3Notdienst anrufen und den Befund kurz schildern: Austrittsstelle, Menge, betroffene Räume, Art des Bodenaufbaus.

Dann: Strom und Sicherheit

  • 1Betroffene Stromkreise am Verteiler abschalten, bevor Wasser Steckdosen oder Verteilerdosen erreicht.
  • 2Keine Elektrogeräte in stehendem Wasser bedienen, auch keinen Nasssauger an einer feuchten Steckdose.
  • 3Stehendes Wasser aufnehmen, Möbel hochstellen, Sockelleisten und Türblätter aus der Nässe holen.

Vor dem Aufräumen: festhalten

  • 1Fotos von Austrittsstelle, Wasserstand und betroffenen Bauteilen, vor dem Aufwischen.
  • 2Beschädigtes Inventar nicht entsorgen, solange der Schaden nicht aufgenommen ist.
  • 3Schaden bei der Versicherung melden; Messprotokolle und Geräteliste werden später nachgereicht.

Stehendes Wasser lässt sich abpumpen, ein durchfeuchteter Estrich nicht: Je früher der Zulauf steht, desto kürzer die Trocknung, und desto seltener muss ein Bodenaufbau geöffnet werden.

Feuchteverlauf

Das Ende bestimmt die Messung, nicht der Kalender

Zwei Bauteile, ein Zielwert: Die Oberfläche ist nach Tagen trocken, Estrich und Dämmschicht brauchen Wochen. Der schematische Verlauf zeigt, warum ein Abbau nach Augenschein die Feuchte zurückholt.

Feuchte im Bauteil
TrocknungsbeginnTrocknungsdauer
  • Estrich und Dämmschichttrocknen langsam
  • Oberflächetrocknet zuerst
  • Zielwertgilt für den Aufbau
  1. 1
    Oberfläche am ZielwertDer Belag fühlt sich trocken an, im Aufbau steht die Feuchte noch weit darüber. Ein Geräteabbau zu diesem Zeitpunkt verlängert die Trocknung, statt sie zu beenden.
  2. 2
    FreimessungErst wenn der Aufbau den Zielwert erreicht und hält, endet die Trocknung, mit Messwert, Datum und Protokoll.

Schematischer Verlauf ohne Messwerte: Höhe, Abstand und Dauer der Kurven hängen von Aufbau, Durchfeuchtung und Verfahren ab.

Zwei Kurven, ein Zielwert
Gemessen wird dort, wo das Wasser steht: im Estrich und in der Dämmschicht. Der Belag taugt nicht als Maßstab, weil er zuerst trocken ist.
Laufzeit aus dem Verlauf
Solange die Werte fallen, arbeiten die Geräte. Stagnieren sie über dem Zielwert, wird nicht länger gewartet, sondern das Konzept geändert.
Freimessung statt Augenschein
Den Abschluss bildet eine Messung, kein Termin. Sie ist der Nachweis, dass der Aufbau trocken ist, auch gegenüber Verwaltung und Versicherung.
Größenordnungen

Dauer und Zielwert

Wie lange getrocknet wird, lässt sich vor der ersten Messung nicht sagen. Eine Größenordnung schon.

Oberflächliche Durchfeuchtung ohne betroffene Dämmschicht
1–2Wochen
Estrich mit durchfeuchteter Dämmschicht
3–6Wochen
Belegreife bei unbeheiztem Zementestrich
2,0CM-%
Belegreife bei unbeheiztem Calciumsulfatestrich
0,5CM-%

Die Wochenangaben sind Erfahrungswerte für typische Schäden und keine Zusage: Bauteilaufbau, Durchfeuchtungsgrad und Verfahren verschieben sie in beide Richtungen. Das Ende bestimmt die Freimessung. Die CM-Werte sind die üblichen Grenzwerte für die Belegreife; bei beheiztem Estrich liegen sie niedriger (1,8 beziehungsweise 0,3 CM-%), maßgeblich bleibt die Vorgabe des Belagherstellers.

Zielgruppen

Was Eigentum, Verwaltung und Versicherung jeweils bekommen

Ein Trocknungsfall hat selten nur einen Adressaten. Die Arbeit vor Ort ist dieselbe, die Unterlagen sind es nicht.

Eigentum und Selbstnutzung

Ein Objekt, ein Schaden, kurze Wege

Erster Kontakt
Aufnahme am Telefon, Termin nach Dringlichkeit, im Schadensfall sofort.
Vor Ort
Leckageortung, Messung und Trocknungskonzept aus einer Hand.
Während der Trocknung
Kontrollmessungen mit kurzer Rückmeldung zum Stand.
Zum Abschluss
Freimessung und Protokoll, bevor der Boden wieder geschlossen wird.
Abrechnung
Positionen nach Aufwand, Stromkosten getrennt ausgewiesen.

Hausverwaltung

Mehrere Einheiten, geteilte Zuständigkeit

Erster Kontakt
Eine Rufnummer für alle Objekte; Zugang und Mieterinformation werden vorab abgestimmt.
Vor Ort
Gleiches Vorgehen in jeder Einheit, damit die Protokolle vergleichbar bleiben.
Während der Trocknung
Übersicht über alle laufenden Einheiten eines Objekts.
Zum Abschluss
Protokoll je Einheit, gebündelt für das Objekt.
Abrechnung
Abrechnung je Einheit oder gesammelt für das Objekt.

Versicherung und Sachverständige

Nachweis über Verlauf und Aufwand

Erster Kontakt
Fester Ansprechpartner für Rückfragen, solange die Geräte laufen.
Vor Ort
Schadenaufnahme mit Fotos, Messstellen und Bauteilaufbau.
Während der Trocknung
Lückenlose Messreihe mit Datum, Messstelle und Wert.
Zum Abschluss
Freimessprotokoll, Geräteliste, Laufzeiten und Stromverbrauch.
Abrechnung
Nach Geräteeinsatz und Laufzeit, in prüfbarer Aufstellung.

Ob und in welchem Umfang ein Versicherer die Kosten übernimmt, richtet sich nach dem Vertrag. Zugesagt wird die Dokumentation, nicht die Erstattung.

Vorab geklärt

Fragen zur Trocknung

Zum Nachlesen

Vor dem ersten Termin

Was in den ersten Stunden zu tun ist, entscheidet über den Schaden — und welcher der drei Verträge ihn später trägt, über die Abrechnung.

Wasserschaden: die ersten 24 Stunden

Abstellen, sichern, dokumentieren, melden: in dieser Reihenfolge. Was in den ersten Stunden versäumt wird, ist später weder trocken noch nachweisbar.

6 Minuten Lesedauer

Trocknung und Versicherung: wer zahlt was

Drei Verträge, drei Zuständigkeiten, und eine Reihe von Ursachen, die keiner davon deckt. Ein Überblick darüber, was die Abrechnung tragen muss.

7 Minuten Lesedauer
Alle Beiträge

Wasserschaden: zuerst die Ursache

Der Notdienst nimmt den Fall am Telefon auf und bringt Messtechnik mit. Bis dahin gelten die Sofortmaßnahmen oben.

Notdienst anrufen